Jaguar Leaper
Die Jahre 1989 bis 1996
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XJ220
Jaguar XJR11 Lammers und Tambay Spa Francorchamps 1989
Jaguar XJ40
Die Geschichte von Jaguar ist jetzt in eine völlig neue Ära eingetreten. Seit seinem Börsengang 1984 hat Jaguar beim Wachstum und der Entwicklung seines Geschäfts einen beachtlichen Erfolg erreicht. Die Nachfrage nach seinen Fahrzeugen ist wesentlich gestiegen und die Produktionsmenge hat entsprechend zugenommen. Die Rentabilitätserfolge des Unternehmens haben beträchtliche Verbesserungen an Produktions- und Konstruktionseinrichtungen sowie die Gründung eines neuen 52 Millionen Pfund Produktentwicklungszentrums in Whitley/Coventry finanziert. Pläne für die Herstellung von Jaguars eigenen Karosserieblechteilen Anfang der 1990er über ein Joint Venture mit GKN führten zu der Gründung von Venture Pressings und 1988 wurde ein weiteres Joint Venture ins Leben gerufen, JaguarSport, um Sportversionen von Jaguars Limousinen und hochleistungsfähige Sportwagen zu produzieren und zu vermarkten, einschließlich des atemberaubenden XJ220 und des Rennwagens XJR-15.

Schwierige Handelsbedingungen und widrige Wechselkurse der letzten Zeit haben jedoch dazu geführt, dass Jaguars Geschäftsführung den möglichen Wert einer Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller der Weltklasse erkannte.
Gespräche fanden mit einer Reihe großer Automobilunternehmen statt, einschließlich Ford, um Möglichkeiten für die Ausweitung der Jaguar Produktpalette und für den Zugang zu Technologie und Bauteilen der Weltklasse zu untersuchen. Besprechungen mit General Motors wurden gehalten, um die Möglichkeit bestimmter Joint Venture-Vereinbarungen im Bereich Fertigung, Marketing und anderen kaufmännischen Bereichen zwischen den beiden Unternehmen zu sondieren. Als Teil dieser Vereinbarungen zog General Motors eine Minderheitsbeteiligung an Jaguar in Betracht. Am 19. September 1989 kündigte Ford jedoch seine Absicht an, bis zu 15 Prozent von Jaguars ausgegebenem Aktienkapital zu kaufen, und am 16. Oktober 1989 informierte Ford die Geschäftsführung von Jaguar darüber, dass man bereit sei, mit ihrer Unterstützung ein Übernahmeangebot für das Unternehmen zu machen. Im selben Monat, am 31. Oktober 1989, gab Herr Nicholas Ridley, der Minister für Handel und Industrie, im britischen Unterhaus bekannt, dass er einer Änderung von Jaguars Satzung zur Aufhebung von Beschränkungen zustimmen würde, die es verhindern, dass jemand mehr als 15 Prozent von Jaguars Anteilen besitzt, nachdem eine solche Änderung von den Anteilseignern angenommen wurde. Kurz gesagt war er bereit, die so genannte Sperraktienbestimmung zu entfernen.

Am 1. November 1989 unterbreitete Ford der Geschäftsführung von Jaguar einen Vorschlag, der nach langen Verhandlungen über die angebotenen Bedingungen zu einem Abkommen führte. Die vereinbarten Pläne für Jaguars Zukunft erkannten die Integrität von Jaguars Marken an und legten fest, dass Jaguar eine separate Rechtseinheit mit einer sich selbst unterhaltenden Kapitalstruktur und seiner eigenen Geschäftsführung bleiben würde. Eine außerordentliche Hauptversammlung der Anteilseigner wurde am 1. Dezember 1989 gehalten, bei der der Empfehlung der Geschäftsführung, Fords Angebot anzunehmen, zugestimmt wurde. Sieben Tage später wurde sie bedingungslos angenommen und Ford gab den Abschluss seines Angebots am 28. Februar 1990 bekannt, als ein Antrag zur Entfernung Jaguars von der Börsenliste gestellt wurde.

Ein Übergangsteam von Ford verbrachte drei Monate damit, einen Bericht über Jaguars Betriebstätigkeit zu erstellen, und während dieses Zeitraums wurden Führungskräfte von Ford zur Hauptgeschäftsführung ernannt. Ende März kündigte Sir John Egan an, dass er sich von Jaguar zurückziehen werde, und obwohl er den Posten des Chief Executive sofort abgab, blieb er bis Ende Juni 1990 nicht leitender Chariman. William J. Hayden CBE, der im März die Stelle des Chief Executive angetreten war, übernahm mit Wirkung vom 1. Juli 1990 die Arbeit als Chairman und Chief Executive. Bill Hayden hat weit reichende Erfahrungen in der britischen Automobilindustrie, in der er eine Reihe sehr hoher Positionen innehatte. Zu seiner Ernennung sagte er: „Ich glaube an Jaguar, seine Produkte und seine Leute. Die Kenntnisse, Ausbildung und Fähigkeiten der Angestellten stehen anderen in der Branche in keiner Weise nach.“

Eine Weise, auf die Ford sich verpflichtet hatte, auf Jaguars Geschichte aufzubauen, war die fortgesetzte Teilnahme des Unternehmens aus Coventry am Motorsport. Die Rennsaison 1990 hätte nicht besser beginnen können. Zwei XJR-12 gingen beim berühmten 24-stündigen Florida Classic in Daytona an den Start. Auf der Ziellinie lag der führende Jaguar, gefahren von US-Star Davy Jones, Jan Lammers und Andy Wallace, vier Runden vor dem zweiten Jaguar, der wiederum fünf Runden vor dem drittplatzierten Porsche lag. Es war ein fantastischer Sieg und das erste Mal in mehr als 20 Jahren, dass ein Team die ersten beiden Plätze belegte. Mit einem viel versprechenden Sieg in Silverstone fuhr das Jaguar Rennteam in zuversichtlicher Stimmung nach Le Mans.


Vier der mit V12-Motoren ausgestatteten XJR-12 für Langstrecken gingen gegen ein starkes Teilnehmerfeld an den Start, einschließlich 19 Porsche und 7 Nissan.

Jaguars Teammanagement war jedoch damit zufrieden, die turbogeladenen Maschinen es am Anfang an der Spitze unter sich ausmachen zu lassen. Die Nissans waren zunächst führend, aber nach und nach zerstörten sich die schnelleren Wagen und die Jaguare rückten auf, um die Führung zu übernehmen. In der letzten Stunde hielt der führende Jaguar einen Vorsprung von einer Runde und es sah so aus, als würden sie das Ziel in erster und dirtter Position erreichen, als sich 15 Minuten vor Ende ein Drama ereignete. Der schnellste Porsche hatte das Pech, dass sein Motor explodierte, so dass die Jaguare auf einem denkwürdigen ersten und zweiten Platz beim weltweit berühmtesten Langstreckenrennen über die Ziellinie fuhren. Es war der vierzigste Jahrestag der ersten Teilnahme von Jaguar bei Le Mans und der siebte Sieg des Unternehmens.

Der weltweite wirtschaftliche Rückgang in 1990, der zu härteren Marktbedingungen insbesondere im Luxuswagensektor führte, bedeutete verminderte Verkaufszahlen für Jaguar in vielen Märkten. Trotz des Rückgangs erreichte das Unternehmen jedoch in dem Jahr Rekordzahlen in Deutschland, Italien und Japan. Gegen Ende 1990 wurde ein neues Arbeitsabkommen für Entlohnung auf Stundenbasis erreicht, bei dem eine Vielseitigkeitszahlung im Gegenzug für neue Arbeitspraktiken integriert wurde, um Beschränkungen bei der Effizienz zu beseitigen. Anfang 1991 wurden der Belegschaft durch eine Reihe von Präsentationen außerdem die Zukunftspläne für das Unternehmen für die letzte Dekade des zwanzigsten Jahrhunderts mitgeteilt. Diese Pläne mussten die unmittelbaren Probleme angehen, die durch eine andauernde wirtschaftliche Rezession entstanden waren, und das Fundament für eine langfristige Zukunft bauen.

Die Ziele konzentrierten sich auf drei wesentliche Themen: kontinuierliche Verbesserung der Produktqualität, erhöhte Produktionseffizienz und die Entwicklung und Einführung eines aufregenden neuen Modellprogramms. Da die Verkaufszahlen keine Anzeichen einer Erholung zeigten, sah sich Jaguar einer schwierigen Situation gegenüber. Es würde eine dramatische Senkung der Belegschaftszahlen erfordern, um das Unternehmen effizienter zu machen und sein Überleben zu garantieren. 1991 wurden Frühpensionierungs- und freiwillige Entlassungsprogramme eingeführt, die bis Ende des Jahres die Belegschaft um ein Drittel vermindert hatten; die Gesamtbelegschaft betrug nun 8.000 Angestellte. Es war eine Phase großer Veränderungen, die jedoch auch seine glücklichen Augenblicke hatte. Jaguar gewann die Sportwagen-Weltmeisterschaft mit dem revolutionären XJR-14 zurück, der die Serie, einschließlich des 24-stündigen Rennens in Le Mans, vollkommen dominiert hatte. Obwohl Jaguar den Sieg in diesem Rennen knapp verpasste, verzeichnete Jaguar 1991 eines seiner besten Ergebnisse in Le Mans, mit drei XJR-12 mit V12-Motor auf dem zweiten, dritten und vierten Platz. Le Mans war auch der Zeitpunkt für eine nostalgische Feier. Es war der vierzigste Jahrestag von Jaguars erstem Sieg dort 1951 mit dem legendären XK C-Type. Um diesen Anlass zu feiern, fuhr eine Kavalkade aus 20 originalen C-Types von Browns Lane nach Le Mans und drehte drei spektakuläre Ehrenrunden auf der berühmten Rennstrecke vor Beginn des Rennens.

Ein weiterer Jaguar, der in dem Jahr seinen Jahrestag feierte, war der E-Type, der 30 Jahre zuvor bei der Motorshow in Genf präsentiert wurde. Die Jaguar-Markenvereine taten sich zusammen, um ein riesiges Festival an der Rennstrecke Donington Park zu veranstalten, das mehr als 1.000 E-Types aus der ganzen Welt versammelte. An dem Treffen nahmen auch der 77RW, der erste Roadster aus Serienproduktion, und der HDU 555N, der allerletzte V12-Roadster, teil. Nach seinem öffentlichen Debüt als Konzeptwagen bei der Motorshow 1988 ging der sensationelle XJ220 1991 in Produktion. JaguarSport baute eine spezielle Fabrik in Bloxham in der Nähe von Oxford für eine limitierte Produktionsserie von 350 Wagen. Selbst mit einem Preisschild von 400.000 Pfund war die Option, den 200 mph Mittelmotor-Sportwagen zu kaufen, stark überzeichnet. Nach einem intensiven Test- und Entwicklungsprogramm begann die Endmontage Anfang 1992 und die ersten Wagen wurden im Juli ausgeliefert.

Auch wenn in diesem Zeitraum keine Produktionsmodelle für den Massenmarkt eingeführt wurden, gab es viele aufregende, neue Entwicklungen zur Verbesserung der Produktpalette. Die wichtigste fand im Mai 1991 mit einem umfassenden Facelift der XJS-Modellreihe statt. Die neuen Wagen zeigten Änderungen beim Styling der Karosserie, ein neu entworfenes Interieur, verbesserte Funktions- und Ausstattungsniveaus und die Einführung des AJ6 4,0 Liter-Motors statt der 3,6 Liter-Version im Sechszylinder Coupé. Die Stylingänderungen waren im Umfang wesentlich, in ihrer Art jedoch subtil. Fast 40 % der Karosseriebleche des Wagens wurden verändert, einschließlich Kofferraum, hinteren Kotflügeln, Türen, Einstiegen und Coupédach. Das Ziel war, dem XJS ein glatteres und zeitgemäßeres Aussehen zu verleihen und dabei die wesentlichen und überdauernden Eigenschaften des ursprünglichen Designs zu erhalten.


Das Ergebnis war ein umwerfender Erfolg, in der Automobilpresse und in der Öffentlichkeit gleichermaßen, und führte zu sehr willkommenem, neuem Interesse an dem Produkt. Im folgenden Jahr wurde die XJS-Reihe mit der Einführung des 4,0 Liter Cabriolets weiter ergänzt. Das neue Modell bot einen Fahrerseitenairbag, wodurch Jaguar zum ersten Unternehmen in Großbritannien wurde, das diese Funktion anbot, und die Montage einer Edelstahlstrebe unter dem Frontende des Wagens, wodurch die Torsionsfestigkeit der Karosserie um 25 % gesteigert wurde.

Chairman und Chief Executive William J. Hayden CBE verließ das Unternehmen Ende März 1992. Er wurde von Nick Scheele gefolgt, der Anfang des Jahres als Vice Chairman zu Jaguar gekommen war. Bills weit reichende Produktionserfahrung hatte es Jaguar ermöglicht, während seiner zwei Jahre an der Spitze wesentliche Qualitäts- und Effizienzverbesserungen zu erreichen, und er übergab ein wesentlich solideres Unternehmen. Zum siebzigsten Geburtstag des Unternehmens im September des Jahres stellte Nick Scheele es klar, dass Jaguar weiterhin auf seinen Stärken aufbauen würde. „Sir William Lyons glaubte daran, seinen Kunden besondere und aufregende Produkte zu liefern, die eine Leistung, ein Fahrgefühl und Fahrverhalten der Weltklasse zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis boten. Diese Eigenschaften liegen immer noch im Herzen des Unternehmens. Unser Ziel für die Zukunft ist es, dieser Tradition treu zu bleiben, und neue Produkte herzustellen, die eindeutig Jaguar und ihrem Erbe würdig sind.“

November 1992 war das Ende für zwei klassische Modelle, die Serie III und die Daimler Limousine. Der Bau der letzten Limousine der Serie III schloss eines der längsten Kapitel in Jaguars Geschichte - ein Produktionslauf, der 24 Jahre und mehr als 400.000 Fahrzeuge umfasste und der 1968 mit dem XJ6 begonnen hatte. Es gab wenige Wagen, die sich mit der Majestät der Daimler Limousine vergleichen konnten. Als das letzte Fahrzeug die „Limo“-Halle in Browns Lane verließ, schloss es traurigerweise einen Produktionslauf von 4.116 fertigen Wagen sowie zusätzlichen 927 Fahrwerken ab, der im April 1968 begonnen hatte. Obwohl 1993 keine völlig neuen Produkte herausgebracht wurden, widmete das Unternehmen der Verbesserung und Erweiterung der aktuellen Palette viele Ressourcen. Eine neue V12 Limousine war die erste Ergänzung, die bekanntgegeben wurde. Der neue Jaguar XJ12 und der Daimler Dobule Six wiesen eine stärkere, verfeinerte und wirtschaftliche 6,0 Liter-Version des V12 Motors mit 318 BHP sowie ein neues elektronisches 4-Gang-Automatikgetriebe auf. Jaguar kündigte dann Versionen mit erweitertem Radstand für die Jaguar Sovereign und Daimler Limousinen namens Majestic an. Die Majestic Limousinen integrierten eine 125 mm „Streckung“ hinter der Mittel- bzw. B-Säule des standardmäßigen Wagens, wodurch der Fußraum hinten wesentlich vergrößert wurde. Kopfraum für Fondpassagiere wurde außerdem durch ein angehobenes und neu konstruiertes Dach vergrößert.

Die abschließenden Ergänzungen bei den Limousinen waren der XJ6 3.2S und der 4.0S. Diese neuen Wagen waren an die jüngeren Automobilenthusiasten gerichtet, die einen Wagen mit festerem Fahrverhalten, sportlicherem Design im Exterieur und Interieur sowie ein hohes Ausstattungsniveau zu einem angemessenen Preis suchten. Diese Wagen zeichneten sich außerdem durch die zusätzliche, standardmäßige Ausrüstung mit Fahrer- und Beifahrerairbags aus. Jaguars Entwicklungen im Bereich des Insassenschutzes brachten dem XJ6 den Titel des „Sichersten Wagens in Großbritannien“ in einer vom Transportministerium durchgeführten Studie ein. Die XJS-Reihe wurde wesentlichen Änderungen bei der Spezifikation unterzogen, um ihre Anziehungskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die wichtigsten Änderungen waren die Installation des neuen 6,0 Liter V12-Motors, der überraschende Leistungsverbesserungen mit sich brachte, das 4-Gang-Automatikgetriebe für V12-Modelle, die Einführung eines 2+2 Cabriomodells und die Ausstattung mit neuen Stoßfängerformteilen und Leichtmetallrädern, die sowohl dem Coupé als auch dem Cabriolet ein moderneres Aussehen verleihen.

Im August 1993 installierte Jaguar eine neue, 8,5 Millionen Pfund teure Montagelinie in der Browns Lane Fabrik. Die neue deckenmontierte, türlose, einspurige Montagelinie ersetzte die vorherige zweispurige Produktionslinie für Limousinen, die dreißig Jahre zuvor installiert worden war. Die neue, hochmoderne Anlage wurde in nur 21 Tagen installiert; sie gab der Qualitätskontrolle und Effizienz in Browns Lane einen weiteren Schub und führte zu einem wesentlich besseren Arbeitsumfeld für die Angestellten. Am Ende des Jahres hatten alle Jaguar Montagefabriken die BS5750-Registrierung erlangt und Anfang 1994 erreichten Browns Lane und Castle Bromwich außerdem den begehrten Ford Qualitätsstandard Q1.


In einer sich ständig verändernden Welt sucht Jaguar immer nach Chancen, um neue Märkte zu nutzen. 1993 wurde der Jaguar in Russland und vielen der neuen Ostblockländer auf den Markt gebracht. Im Oktober unterzeichnete Nick Scheele ein Abkommen mit Inchcape Pacific als Jaguars Vertreter für ganz China, einem Land mit fantastischen Chancen für wirtschaftliches Wachstum. Jaguar ging außerdem 1993 erneut bei Le Mans an den Start - mit einem Team aus drei speziell vorbereiteten XJ220C, die in der neuen Grand Touring-Klasse teilnahmen. Einen Monat zuvor hatte der XJ220C ein traumhaftes Debüt in Silverstone, als Win Percy das BRDC National Sports GT Challenge Rennen mühelos gewann. In Le Mans war es etwas schwieriger und früh am Sonntagmorgen war nur noch ein Jaguar im Rennen. Es wurde noch dramatischer, als der verbleibende Jaguar von John Nielsen, David Brabham und David Coulthard in Folge eines Benzinlecks 73 Minuten verlor. Nach seiner Reparatur holte der XJ220 jeodch Jürgen Barths Porsche allmählich ein, um die GT-Führung erneut zu übernehmen und als erster über die Ziellinie zu fahren. Das Rennen nahm jedoch mehrere Wochen später eine letzte ironische Wendung, als der siegreiche Jaguar aufgrund eines angeblichen technischen Verstoßes disqualifiziert wurde.

Eine neue XJ-Serie machte ihr Weltdebüt bei der Pariser Automobilmesse im Oktober 1994 und die Einführung des neuen Wagens dominierte das Jahr für Jaguar. Die Einführung war sogar noch bemerkenswerter, als das Unernehmen zum ersten Mal einen neuen, mit Qualitätsstandards der Weltklasse gebauten Wagen gleichzeitig auf allen seinen Märkten rund um den Globus einführte. Die neue XJ-Serie, die während ihrer Entwicklung den Codenamen X300 trug, stellte eine Investition von mehr als 200 Millionen Pfund dar und war das erste neue Produktprogramm von Jaguar seit seiner Übernahme durch Ford. Der neue Wagen erhielt die lange Tradition hervorragender Technik und den Ursprung seines Stylings, kombinierte dies jedoch mit einem Fertigungsprozessmanagement der Weltklasse. Der bemerkenswerteste Aspekt der neuen Reihe war die Art und Weise, wie traditionelle und moderne Stylingelemente kombiniert wurden, um ein elegantes, neues Karosseriedesign zu schaffen. Jedes externe Karosserieblech wurde gegenüber den vorherigen XJ-Modellen geändert. Während die neue, umgearbeitete Motorhaubenform und das Styling des Hecks sich an die klassischen Limousinen der Serie III anlehnten, wurde die essenzielle Modernität des Designs durch aktuelle Merkmale wie die farblich abgestimmten Stoßfänger, einen schlankeren Kühlergrill und eine charakteristische Gestaltung der Front- und Heckleuchten betont. Jaguars Ingenieure machten die XJ-Serie ruhiger, glatter, bequemer, schneller und dennoch wirtschaftlicher, sicherer und zuverlässiger. Der neue 326 BHP 4,0 Liter-Kompressormotor, eine Premiere bei Luxuslimousinen in Serienproduktion, garantierte außerdem, dass der neue XJ aufregender war und bei einer neuen Gruppe von Jaguar-Kunden Anklang fand. Der Wagen war ein unglaublicher Erfolg und erlangte bei den Jaguar-Händlern, der Presse und den Kunden weltweit Anerkennung.

Das Jahr wurde in edlem Stil abgerundet, als Ihre Majestät Königin Elizabeth II das Unternehmen im Dezember mit einem Besuch in der Browns Lane Fabrik beehrte. Es war der erste Besuch der Queen bei Jaguar seit 1957 und erwies sich als ein denkwürdiger Tag. Die Königin war erfreut, so viele Jaguar-Angestellte zu treffen, und zeigte großes Interesse an jedem Aspekt des Montageprozesses, wobei sie alle mit ihren Kenntnissen der Automobilproduktion beeindruckte. Sie bestellte außerdem einen neuen 6,0 Liter Daimler in British Racing Green.

1995 begann für Jaguar mit Verkaufszahlen der neuen XJ-Serie auf dem höchsten Stand in fünf Jahren. Im Mai kündigte das Unternehmen zwei Celebration XJS-Modelle an, um 60 Jahre der legendären Jaguar-Marke zu feiern. Jaguars Produktpalette wurde im Juni weiter mit dem Marktgang einer Limousinenversion der XJ-Serie mit langem Radstand ergänzt. Die neuen Modelle integrierten eine 5 Zoll (125 mm) Streckung hinter der Mittelsäule und boten dadurch wesentlich verbeserten Komfort und Platz für Fondpassagiere. Die Wagen wurden entwickelt, um die Anziehungskraft der Limousine der XJ-Serie auf allen wichtigen Märkten weltweit zu erweitern und so ein Sprungbrett für zukünftige Verkaufserfolge zu bieten. Im Juli wurde bestätigt, dass das X200-Programm, Jaguars kleinere, preisgünstigere Limousine, in der Castle Bromwich-Fabrik gebaut werden würde. Das Programm wurde von Fords Geschäftsführung genehmigt, nachdem die britische Regierung angedeutet hatte, dass ein umfangreicher Zuschuss zu den Kosten des neuen Projekts zur Verfügung gestellt werden würde.

Das Modell der limitierten Ausgabe - es wurden nur 100 gebaut - hatte den für Daimler typischen, gewellten Kühlergrill. Der Century, der das Daimler Double Six-Modell mit langem Radstand als Grundlage hatte, war durch verchromte „Turbinen“-Leichtmetallräder, Karosserieseitenformteile aus Chrom und ein dezentes „Century“-Emblem in Gold auf Schwarz gekennzeichnet. Das Interieur bot weiches Autolux-Leder, wobei das berühmte D-Ornament von Daimler in jede der Kopfstützen eingewoben war.

 
Ein spezieller „Century“-Schriftzug war auf der Beifahrerseite in die Armaturentafel aus Walnusswurzelholz eingearbeitet, ein Motiv, das durch das in die luxuriösen Fußraumteppiche aus Lammwolle eingelegte Daimler Century-Logo fortgesetzt wurde.

In dem Jahr rollte am 4. April außerdem der letzte XJS vom Band, um von den neuen XK8 Coupé- und Cabriolet-Modellen ersetzt zu werden, die Anfang des Jahres unter Beifall ihr Debüt bei den Automobilmessen in Genf und New York gemacht hatten. Die kraftvollen, fließenden Linien des XK8 erinnern an die großen Legenden der Jaguar Sportwagen - den XK120, die C-, D- und E-Types und, in der jüngeren Vergangenheit, den XJ220. Der XK8, der auf Jaguars Traditionen aufbaut, bietet eine einzigartige Mischung aus Stil, Luxus, Rafinesse und Kunstfertigkeit, während er im Sportwagenmarkt neue Standards für dynamische Leistung, fortschrittliche Technologie, Qualität und Zuverlässigkeit setzt. Jaguars Ingenieure entwickelten ein völlig neues Karosseriedesign und ein neues Interieur, das wichtige Ausstattungs- und Funktionsverbesserungen integriert. Fortschritte in der Leistung und Wirtschaftlichkeit im Vergleich zum XJS bieten ein klassenbestes Leistungsgefühl und eine Verfeinerung des Antriebsstrangs. Durch neue Aufhängungs-, Lenk- und Bremssysteme bestätigt der XK8 außerdem Jaguars Ruf für das beste Gleichgewicht zwischen Fahrgefühl und Fahrverhalten in seiner Klasse.

Hochmoderne Multiplexelektronik unterstützt die umfassende Funktionsspezifikation und bietet Zuverlässigkeit der Weltklasse. Der Entwicklungsprozess für den XK8 machte stark von den besten Praktiken in der Branche Gebrauch, um den neuen Wagen in nur 30 Monaten ab Programmfreigabe zu realisieren. Im Herzen des XK8 liegt der vollkommen neue AJ-V8 Motor. Der 4,0 Liter, 290 BHP, 32-Ventil, Quad Cam V8, in Whitley konstruiert und entwickelt, setzt neue Standards verfeinerter Kraft für die Jaguar Marke - hohe Leistung, glatte Kraftübertragung und außerordentliche Raffinesse. Der AJ-V8 Motor wird in einer nagelneuen, dedizierten, 125 Millionen Pfund teuren Jaguar-Anlage hergestellt, die sich innerhalb der Ford Motorfabrik in Bridgend, Südwales, befindet. Die Jaguar-Anlage umfasst ein verknüpftes Montageband numerisch computergesteuerter Maschinen mit automatischer Ladung und Montage.

Abschließende Motoraufrüstung und Montage in den Wagen werden in Browns Lane vorgenommen. Der AJ-V8, erst der vierte Jaguar-Motor in Serienproduktion in der Geschichte des Unternehmens, wird mit Jaguars erstem Fünfgang-Automatikgetriebe kombiniert, das perfekt zur Leistung und zum Drehmoment des Motors passt. Die Fahrzeugdynamiksysteme des neuen XK8 sind dazu ausgelegt, das legendäre Jaguar-Fahrerlebnis zu steigern. Das Modell bietet ein neues Bremssystem, elektronisch kontrollierte, variable Übersetzung, zur Geschwindigkeit proportionale Servolenkung und neue Frontaufhängung mit Doppeldreieckslenkern. Die Heckaufhängung ist eine Weiterentwicklung der Aufhängung, die bei der Hochleistungs-Sportlimousine Jaguar XJR verwendet wird. Querstabilisatoren sind vorne und hinten angebracht.

Der XK8 integriert zahlreiche Sicherheitsmerkmale, einschließlich doppelten Airbags und pyrotechnischen Vorspannern der Sicherheitsgurte, während die Karosseriestruktur eine hervorragende Aufprallfestigkeit aufweist, die über alle Gesetzgebungen zum Aufprallschutz weltweit hinausgeht. Seit seiner Enthüllung bei der Genfer Messe, wo er die Auszeichnung „Best in Show“ gewann, hat der XK8 in der ganzen Welt Auszeichnungen und Beifall für sein Styling, seine Schönheit, Leistung, sein Fahrverhalten und selbst seinen Sexappeal erlangt! Gleichzeitig haben die Strategien, die beim Bau des XK8 Anwendung fanden, zu Auszeichnungen für die an der Produktion des neuen Modells beteiligten Jaguar-Teams geführt.

Das Unternehmen gewann 1996 die Auszeichnung „Manufacturer of the Year“ und 1997 „Manufacturing Excellence Awards“ der Manufacturing Industry Achievement Awards. 1997 feierte das Unternehmen den 75. Jahrestag seiner Gründung. Die letzte Limousine mit V12-Motor lief im April und die letzte Limousine mit Sechszylinder-Reihenmotor im Juni vom Band. Zur Mitte der 90er war die Nachfrage nach V12-Modellen sowohl in den USA als auch in Europa geschwunden. Die zunehmend leistungsstarke Reihe der AJ-16 Sechszylindermotoren, insbesondere in Kompressorausführung, bot ähnlich gehobene Standards, jedoch bei weitaus wirtschaftlicherem Kraftstoffverbrauch.

Die abtretende Sechszylinder-Limousine, die 1994 eingeführt worden war, war das erste Modell in Jaguars neuer Ära, das die Qualitätsrenaissance des Unternehmens signalisierte. Die XJ-Serie hatte nie dagewesene Höhen bei der Kundenzufriedenheit erreicht, die den besten Wettbewerbsstandards gleichkamen. Er wurde von der neuen V8 XJ-Serie ersetzt, die auf diesen Erfolg aufbaut und den neuesten Schritt in Jaguars langfristiger Produktstrategie darstellt. Subtile Verfeinerungen des geschmeidigen und eleganten Limousinen-Exterieurs deuten weit reichende Veränderungen unterhalb der Außenhaut an. Der Jaguar AJ-V8 32-Ventil Leichtmetallmotor, der zunächst im XK8 eingeführt worden war, wurde nun in der Limousine der XJ-Serie in drei Formen verwendet - 3,2 und 4,0 Liter Saugmotor und eine 4,0 Liter Ultrahochleistungs-Kompressorversion, alle angepasst an ein Fünfgang-Automatikgetriebe.

Über 30 Prozent der Karosseriestruktur sind neu oder modifiziert für verbesserte Qualität, Dauerfestigkeit und strukturelle Leistung. Torsionsfestigkeit, ein entscheidender Faktor bei der Verfeinerung des Karosserierohbaus, wurde auch verbessert und platzierte Jaguar damit unter den Marktführern. Die weicheren Formen der neuen Stoßfänger und der neue Frontgrill ergänzen die Oberflächenform der Blechteile. Alle Außenlampen integrieren die neueste komplexe Oberflächenreflektortechnologie und kombinieren eine 10-prozentige Verbesserung der Scheinwerferleistung mit einem funkelnden, juwelenartigen Aussehen. Das Interieur der V8 XJ-Serie ist eine zeitgemäße Evolution des für Jaguar typischen Stylings, wo traditionelle Materialien und gehobene Kunstfertigkeit geschickt mit Hochtechnologie verbunden werden. Insassenkomfort, Ergonomik und Fußraum wurden verbessert, während die Sicherheit durch neue am Vordersitz angebrachte Seitenairbags und Vorspanner der Vordersitzgurte gesteigert wurde. Die Karosserie wurde außerdem gestärkt, um die neuesten weltweiten Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Die Fahrzeugdynamiksysteme der neuen V8 XJ-Serie sind dazu ausgelegt, das legendäre Jaguar-Fahrerlebnis zu steigern. Wo möglich, wurden die Fahrwerksysteme der XK8-Sportwagen an die Anforderungen der neuen V8-Limousinen angepasst. Zu den weit reichenden Veränderungen gehören eine neue Vorderradaufhängung, das Teves Mk XX Bremssystem der jüngsten Generation, Stabilitäts- und Traktionskontrolle, geschwindigkeitsproportionale Servolenkung mit variabler Übersetzung, Drive-By-Wire-Drosselklappenmanagement und neu abgestimmte Hinterradaufhängung. Das neue, zentral positionierte Differential und die zweiteilige Kardanwelle vermindern Geräusch und Schwingung. Jaguars adaptive Fahrwerksregelung (CATS), die beim XK8 eingeführt wurde, gehört bei den Limousinenmodellen mit Kompressormotoren zur Standardausstattung, um eine einzigartige Kombination aus sportlichem Fahrverhalten und Limousinenkomfort zu bieten.

Alle Modelle sind mit Pirelli-Reifen und Leichtmetallrädern ausgestattet. Das Ergebnis ist eine vollkommen optimierte Fahrzeugdynamik aus Rad-, Reifen- und Aufhängungsmodifikationen, die für jedes einzelne Modell im neuen V8 XJ-Seriensortiment maßgeschneidert sind. Die neue V8 XJ-Serie bietet dieselben fortschrittlichen Prinzipien der Elektronikkonstruktion wie der XK8, um die umfassende Funktionsspezifikation zu unterstützen und Zuverlässigkeit der Weltklasse zu bieten. Das System integriert Multiplexverkabelung, ein Controller Area Network für alle Antriebsstrangfunktionen und ein Standard Corporate Protocol für Karosseriesysteme. Multiplexen ermöglicht es den Elektronikmodulen des Fahrzeugs, schnell miteinander zu kommunizieren und Informationen gemeinsam zu nutzen. Es vermindert außerdem die Anzahl und Länge der Kabel für verbesserte Zuverlässigkeit und Bauteilverstauung.

Dieselben Prinzipien, die im Produktentwicklungsverfahren für den XK8 verwendet wurden, kamen zum Einsatz und brachten die Limousinenreihe in nur 28 Monaten ab Programmfreigabe zur Reife. Mindestens 80 Gewichtprozent jedes neuen Jaguars sind wiederverwertbar. Umweltfreundlichkeit ist eine wichtige Priorität für die Ingenieure bei Jaguar und die neuen Limousinen und Sportwagen spiegeln die fortgesetzte Verpflichtung des Unternehmens zu einer umweltverträglichen Strategie wider. Alle Karosserien der XK8- und V8 XJ-Serien werden in Castle Bromisch mithilfe eines wassergelösten Lacksystems lackiert, wodurch die Lösungsmittelemissionen der Basislackschicht um 85 Prozent gesenkt wurden. Ende 1997 hatten Jaguars drei Standorte in Browns Lane, Whitley und Castle Bromwisch den strengen Qualitätsstandard QS9000 erreicht. Zudem war Jaguar das erste Vehicle Operations Unternehmen weltweit, das den begehrten FTPM Checkpoint D erreichte - Fords Auszeichnung für Total Productive Maintenance - in Anerkennung für die Befolgung der Philosophie von Null Unfälle, Null Anlagenausfallzeiten, Null Ausschuss und Null Abfall durch das Unternehmen.

Passenderweise wurde in dem Jahr, in dem das Unternehmen seinen 75. Jahrestag feierte, im Oktober eine größere Erweiterung des Jaguar Daimler Heritage Trusts bekanntgegeben. Die Entwicklung wird ein bleibendes Andenken an den Gründer von Jaguar, Sir William Lyons, darstellen. Im Herzen der Entwicklung wird ein neues, 1 Millionen Pfund teures Hauptquartier und Museum für den Trust in Browns Lane liegen. Der Jaguar Daimler Heritage Trust hat die Verantwortung, eine einzigartige und historische Sammlung von Fahrzeugen zu erhalten, die deutlich die Abstammung von Jaguar und seinen zugehörigen Marken zu den ersten Anfängen der Motorindustrie in Großbritannien zurückverfolgen.

Anfang 1998 kündigte Jaguar an, dass die mittelgroße Sportlimousine des S-Type (mit Codenamen X200) sein Weltdebüt bei der Birmingham International Motor Show im Oktober machen werde. Der S-Type wird ab 1999 in vollem Umfang in Produktion sein und sicherstellen, dass Jaguar mit Rekordproduktionsniveaus sowie der am weitesten gefächerten Produktpalette in der Geschichte des Unternehmens in das neue Jahrtausend eintritt. Das Unternehmen gab außerdem Pläne für eine neue, kleinere Limousine bekannt. Der Wagen mit dem Codenamen X400 wird im C/D-Sektor des Marktes angesiedelt sein und wird in der Halewood-Fabrik in Merseyside gebaut werden - die bis zum Zeitpunkt der Einführung des neuen Wagens 2001 eine Jaguar-Fabrik werden wird. Bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung kommentierte Nick Scheele: „Dies sind hervorragende Neuigkeiten für Jaguar. Im Laufe der nächsten vier Jahre werden wir uns von einem Unternehmen mit nur zwei Modellreihen und Verkaufszahlen von 45.000 Wagen im Jahr zu einem führenden Fahrzeughersteller mit vier Modellen entwickeln, der jährlich 200.000 Fahrzeuge produziert.“